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Rassismus begegnen

Oft wird bei dem Wort „Rassismus“ nur an gewalttätige Übergriffe und an Rechtsradikalismus gedacht. Viele meinen, alles was nicht in die Kategorie (schwere) Körperverletzung im Gesetzessinn fällt, sei nicht rassistisch. Hier liegt ein Missverständnis vor: Rechtsradikalismus ist nur eine mögliche Form von Rassismus.

So geht es bei Rassismus nicht nur um körperliche Angriffe, sondern auch um tagtägliche Diskriminierungserfahrungen im alltäglichem Miteinander, sowie strukturelle Formen der Ausgrenzung durch Behörden, Firmen und Institutionen. Menschen werden hierbei aufgrund tatsächlicher oder zugeschriebener Merkmale zu „Anderen“ gemacht, wie „Fremde“ behandelt und zählen nicht mehr zum gesellschaftlichen „Wir“. Solche Zuschreibungen wirken im persönlichen Umfeld ebenso wie in Schulen, auf dem Arbeitsmarkt, in Ämtern und Institutionen ausgrenzend.

Rassismus im Alltag: Vor allem Menschen, die „sichtbar anders“ sind, kennen die vielen kleinen und großen Situationen im Alltag, in denen sie (mal wieder) mit Rassismus konfrontiert sind. Dabei kann es sich sowohl um persönliche Beleidigungen, um abwertende Bilder und Darstellungen in den Medien (z.B. in Werbung und Nachrichten, in Büchern) oder um rassistische Produktbezeichnungen (für Schokoküsse wird mit dem N*Wort geworben) handeln.

Verharmlosung und Unwissenheit: Die Argumente, die zur Rechtfertigung rassistischen Handelns benutzt werden, spiegeln eine große Bandbreite wider: Beleidigungen werden mit Sätzen wie „Ich meinte das doch nicht rassistisch!“ verharmlost. Und auch die Rechtfertigung, man sei viel zu international um rassistisch zu sein, ist eine oft gehörte Äußerung. „Das ist nicht rassistisch, das hat man damals so gesagt!“ und der Standpunkt, Texte in ihrer ursprünglichen Form erhalten zu wollen, sind ebenfalls gängige Muster Rassismus zu verharmlosen oder sogar zu rechtfertigen. Der leichtfertige Umgang mit (Alltags-)Rassismus und das Unwissen bzw. die Verleugnung eigener rassistischer Anteile erschweren einen kritischen und konstruktiven Umgang damit.  

Bewusst werden - Aktiv werden: Wenn wir Rassismus überwinden wollen, reicht es nicht aus, bei der nächsten Demonstration ein Plakat mit der Aufschrift „Unsere Stadt ist bunt!“ hochzuhalten. Das ist ein wichtiges Signal, aber es ist notwendig, gerade als Vertreter/in der weißen Mehrheit sich der eigenen rassistischen Anteile und Verhaltensweisen bewusst zu werden und sich damit kritisch auseinanderzusetzen.

Wir in Hamburg begegnen Alltagsrassismus mit verschiedenen Ansätzen. Rassistische Verfehlungen seitens Institutionen, Firmen, Verlagen etc. kritisieren wir mit Protestbriefen. Außerdem erkundigen wir uns initiativ bei Unternehmen (z.B. Verlage und Spielzeughersteller) nach ihrem Engagement in Bezug auf einen wertschätzenden Umgang mit Vielfalt. Die Suche nach positiven Beispielen stellt einen weiteren Ansatz dar. Zum Einen geben wir Unternehmen positive Rückmeldung, wenn sie in ihren Produkte, ihrer Werbung etc. ein positives Bild von Vielfalt umsetzen. Außerdem wollen wir mit dem Aufzeigen positiver Beispiele Identifikationsmöglichkeiten und Vorbilder für binationale und nicht-weiße Menschen schaffen.

 

Projekt "Wir wehren uns"

Vorurteilsbewusstes Spielzeug

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